Dass einige Arbeitsplätze nicht gerade gesundheitsförderlich sind, ist allseits bekannt. So tragen Bauarbeiter oft Hörschäden davon und Sekretärinnen, die den ganzen Tag vor dem PC sitzen, bekommen „schlechtere Augen“. Auch die Staublunge von Bergarbeitern ist eine bekannte Arbeitserkrankung.
Nun beobachten Wissenschaftler seit Jahren ein neues Phänomen: Arbeitende leiden unter krankheitsunspezifischen Symptomen, solange sie sich an ihrem Arbeitsplatz befinden. Dazu zählen tränende Augen, juckende Haut oder gereizte Augen. Besonders oft sind diese Beschwerden bei Menschen zu beobachten, die in Büroräumen arbeiten. Sobald die Betroffenen sich jedoch an einem anderen Ort aufhalten, verschwinden die Symptome wieder. Sie können nicht unmittelbar einer Krankheit zugeordnet werden. Von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurde ermittelt, ob an den Arbeitsplätzen der betroffenen Personen erhöhte Schadstoffkonzentrationen vorlagen. Dies war jedoch in der Regel nicht der Fall und so wurde kein Zusammenhang zwischen Schadstoffvorhandensein und Beschwerden hergestellt.
Das zu beobachtende Phänomen wird von Fachleuten mittlerweile als Sick-Building-Syndrom bezeichnet. Das bedeutet, dass man sich in einem „krankmachenden Gebäude“ krank fühlt. Ob die Gebäude allerdings wirklich krankmachend sind, steht noch in Frage, da nicht geklärt ist, inwiefern die Gebäudeeigenschaften zu den Symptomen führen. Das Sick-Building-Syndrom ist nicht zu verwechseln mit der Building-Related-Illness. Bei dieser Form der Krankheit handelt es sich nämlich um Symptome, die durch tatsächliche negative Gebäudeeinflüsse verursacht wird.
Hierbei handelt es sich vor allem um schadstoffbelastete Häuser. Diese werden mittlerweile in einer Art „roten Liste“ geführt. So helfen Hauskataloge bei Immonet oder Immowelt, belastete Immobilien zu filtern.
Um das Auftreten des Sick-Building-Syndroms zu erklären, wurde von der Universität Jena und weiteren Forschungspartnern die „ProKlima“-Studie durchgeführt. Hierbei wurden im Zeitraum von 1994 bis 2000 über 5000 Beschäftigte in Büros analysiert. Demnach litten die meisten dieser Angestellten an Symptomen, welche sich nicht logisch begründen ließen. Beispielsweise fühlten sich Menschen, die in einem Raum mit Klimaanlage arbeiteten, wesentlich schlechter als Arbeiter, bei denen durch das Öffnen der Fenster gelüftet wurde.







